Prof. Gernot Schulz

Gernot Schulz, international gefragter Dirigent und ehemaliger Assistent Leonard Bernsteins und Sir Georg Soltis, studierte an der Hamburger Musikhochschule und begann seine musikalische Laufbahn als Schlagzeuger bei den Berliner Philharmonikern und als Hochschulprofessor in Hamburg.

Sein Dirigierstudium an der Leipziger Musikhochschule schloß er mit einem Preis beim Deutschen Hochschulwettbewerb ab.

Auf sein spektakuläres Dirigierdebüt mit dem Münchner Rundfunkorchester folgten Einladungen zu renommierten Orchestern in Europa, Asien und den USA. Er dirigierte die Berliner Philharmoniker bei einem Multimedia-Projekt von Sony, deren Kammerorchester, das Orchester der Komischen Oper Berlin, die Staatskapelle Weimar, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt/Oder, die Budapester Philharmoniker, das Tschechische Nationalorchester, das Nationalorchester Taiwan u.a.

Bei zahlreichen Festivals wie den Berliner Festwochen (Uraufführungen von Henze, Killmayer, Bialas, Hamel u.a.), den Frankfurter Festen, den Festspielen Mecklenburg- Vor-pommern, beim Schleswig-Holstein-Musik- Festival und beim Kontrapunkte-Festival der Osterfestspiele Salzburg u.a. ist er gern-gesehener Gast.
CD-Produktionen erfolgten bei Sony Classical, Wergo und Ars Produktion.

„Ein First-Class Musiker und Dirigent, der jede Bewunderung verdient“, schrieb Sir Georg Solti über Gernot Schulz im Jahr 1993, als dieser bereits international auf sich aufmerksam gemacht hatte. Seitdem reüssiert er mit namhaften Orchestern im In- und Ausland wie dem Kammerorchester der Berliner Philharmoniker, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, der Staatskapelle Weimar, dem Staatsorchester Frankfurt/Oder, den Hamburger Symphonikern, den Brandenburger Symphonikern, dem Orchester des Schleswig-Holstein-Musik-Festival, dem Eugene Symphony Orchestra (USA), den Budapester Philharmonikern, dem Tschechischen Nationalorchester, dem Nationalorchester Taiwan, dem Rundfunkorchester Ljubljana, dem Lettischen Nationalorchestebekanntr Riga, dem Orquestra Simfònica de Baleares und dem Noord Nederlands Orkest.

Bei dem von Claudio Abbado initiierten Kontrapunkte-Festival der Osterfestspiele Salzburg dirigierte Gernot Schulz verschiedene Ensembles der Berliner Philharmoniker, mit denen ihn seitdem eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet.

Gernot Schulz ist gerngesehener Gast bei den Frankfurter Festen, den Berliner Festwochen (u. a. Uraufführungen von Hans Werner Henze, Wilhelm Killmayer, Günter Bialas und Peter Michael Hamel), den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival. In der Saison 2006/2007 konzertiert Gernot Schulz u.a. mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin, der Staatskapelle Weimar und den Nürnberger Philharmonikern.

Seine Musikerlaufbahn begann Gernot Schulz nach seinem Studium an der Musikhochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg als 22jähriger Schlagzeuger beim Berliner Philharmonischen Orchester und blieb dort bis zum Jahr 2004. Das in höchstem Maße intensive und anspruchsvolle Musizieren in der von Herbert von Karajan geleiteten Gemeinschaft von Weltklassemusikern prägte ihn und war bestimmend für seinen weiteren musikalischen Werdegang. Bereits in den 80er Jahren begann er neben seiner Orchestertätigkeit mit dem Dirigieren und studierte an der Leipziger Hochschule für Musik bei Professor Volker Rohde. Es folgten Meisterkurse in Wien und Salzburg sowie eine Einladung von Leonard Bernstein nach Tanglewood. Letzterer zählt mit Sir Georg Solti zu seinen größten Förderern, für die er Einstudierungen mit dem Orchester der Mailänder Scala, dem Orchester des Schleswig-Holstein-Musik-Festival und dem Orchestra di Santa Cecilia di Roma vornahm.

Im Jahr 1996 war Gernot Schulz Preisträger beim Dirigierwettbewerb der deutschen Musikhochschulen in München. Daneben übernahm er von 1995 bis 1999 die Leitung der Internationalen Sommerakademie in Kloster Michaelstein.

An der Produktion der ersten CD des neugegründeten Labels der Berliner Philharmoniker ist neben Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern auch Gernot Schulz mit der Einspielung der Musik zum Film „Rhythm is it“ beteiligt. Die ebenfalls von Karim Sebastian Elias komponierte Musik zu dem ZDF-Zweiteiler „Die Rosenzüchterin“ erhielt in der Einspielung mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung von Gernot Schulz den Baden-Badener Fernsehpreis für die beste Filmmusik der Jahre 2003 und 2004. Diese CD erschien im gleichen Jahr bei Sony Classical. Weitere CD-Aufnahmen, u. a. das Opernfragment „Adrast“ von Franz Schubert, wurden in den letzten Jahren von Ars Produktion und Wergo veröffentlicht.

Beim Erproben neuer Konzertformen, bei seiner früheren Tätigkeit als Hochschulprofessor in Hamburg, als Dozent der Herbert-von-Karajan-Stiftung, bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Musikschulbereich oder auch bei der Arbeit mit Jugendlichen im Rahmen des Education-Programm der Berliner Philharmoniker – ein besonderes Anliegen ist es Gernot Schulz, sich über das musikalische Ereignis hinaus für die Vermittlung der Musik, ihre pädagogische und soziale Relevanz einzusetzen.


Vielfalt, Einklang, Leidenschaft –  Das orchestrierte Zusammenspiel eines Hochleistungsteams
Ein Vortrag am Freitag, den 08.06.2018
Auf den ersten Blick scheinen ein Orchester und sein Dirigent nicht viel mit einem Hochleistungsteam gemein zu haben. Eher routiniert und nicht besonders anspruchsvoll mutet es an, wenn die Musiker und Musikerinnen–
altmodisch in Frackund Abendkleid –das sich immer wiederholende symphonische Repertoire von ihren Notenblättern abspielen.
Bei näherem Hinsehen aber zeigt sich, dass das Bild des „orchestrierten Zusammenspiels“ nicht ohne Grund für das steht, was Hochleistungsteams ausmacht: die Verbindung aus höchster individueller Meisterschaft und einem besonders fein aufeinander abgestimmten Miteinander. Unterschiedliche Instrumentengruppen bedeuten gravierende Unterschiede, nicht nur im Hinblick auf die Spieltechnik. Vielmehr hat jeder dieser Spitzenmusiker auch seinen ganz eigenen Weg, die musikalischen Anforderungen zu verstehen und zu erfüllen. Zudem sind – je nach Platz im Orchester – der Klang und damit die Wahrnehmung des Einzelnen höchst unterschiedlich. Auch die sich permanent verändernden Kombinationen im Zusammenspiel erfordern ein koordiniertes Reagieren aufeinander. All diese Aspekte machen die wirkungsvolle Zusammenarbeit des Musikerteams Orchester zu einer einzigartigen Herausforderung – und zu einem anschaulichen Beispiel für ein Hochleistungsteam: Einsätze auf die Hundertstelsekunde genau, gemeinsames Handeln in größter – auch emotionaler – Geschlossenheit, das ist das Wesen eines Orchesters. Entsprechend hochentwickelt ist die Motivation jedes Einzelnen,ständig an der individuellen Leistungsfähigkeit (tägliches Üben) ebenso wie an der Teamleistung (Orchesterproben) zu arbeiten.
Keine der genannten Fähigkeiten ist eine Frage von Befehl oder Anweisung. Nur durch transformationales Führen kann der Dirigent die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Leistungsbereitschaft und -fähigkeit entstehen, sich entwickeln und ständig verbessern. Wie gelingt es dem Dirigenten, aus einer Gruppe von Individualisten eine Einheit zu formen? Was sind die entscheidenden Faktoren für ein orchestriertes Zusammenspiel, das sowohl exakt als auch leidenschaftlich ist? Worauf beruht die permanente Bereitschaft eines Teams, höchste Qualität abzuliefern, wie sie insbesondere ein Orchester unter Beweis stellt? Wie muss Führung sein, damit durch Integration und Identifikation eine Teamleistung entsteht, die sowohl alle Ausführenden als auch das Publikum (die Kunden) begeistert.

www.gernotschulz.com

Prof. Gernot Schulz zur Frage „Was ist Dirigieren und Führen?“