Dienende Führung: Von der Gier zum Wir 
Symposion vom 7.–8. Juni 2018

Die Führung von Unternehmen und Organisationen steht vor historischen Aufgaben: 

  • Sie muss sich den Bedingungen hoher und zunehmender Unbestimmtheit anpassen,
  • die Auswirkungen von Disruptionen antizipieren, die etwa in Gestalt der Digitalisierung und gesellschaftlicher Umbrüche bisher nur bruchstückhaft zu erkennen sind, und 
  • die Lehren aus den vergangenen Korruptions- und Compliancefällen ziehen

In dieser instabilen Zeit, in der Bewährtes den zukünftigen Erfolg nicht mehr garantieren kann und eine Vielfalt an Werten den einen, verlässlichen Wertekanon abgelöst hat, betreten Führungskräfte eine „terra incognita“. Dies verlangt nach Orientierungen, die in eine neue ethische und gesellschaftliche Fundierung von „Führung“ münden.

Vorstudie (2004) zur Druckgrafik ME/WE 2007, Werkverzeichnis 327_IIa © Markus Raetz/VG Bild-Kunst, Bonn 2018 *

Dieser Aufgabe wollen wir uns auf dem Symposion „Von der Gier zum Wir“ widmen. Dabei reformulieren wir das in den USA entstandene Servant-Leadership-Konzept, indem wir es vom religiösen und missionarischem Eifer befreien und so an die europäische Kulturtradition anschlussfähig machen.

„Dienende Führung“ basiert in dieser Weiterentwicklung auf der Erfahrung, dass Bescheidenheit, Demut und Authentizität sowie persönlicher Mut, Versöhnlichkeit und Verantwortung die Grundlagen dauerhaften Führungserfolges darstellen, weil sie nicht nur zum Wohle der Organisationen, deren Beteiligte, sondern auch zum Gemeinwohl beitragen.

Unser Ziel ist es, aus einer Vielfalt an Perspektiven konkrete Erkenntnisse abzuleiten und praxisgerechte Lösungen zu erarbeiten. Verantwortliche aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden versuchen, die folgenden Leitfragen zu diskutieren und zu beantworten:

  • Wie wirken sich die gesellschaftlichen und technologischen Umbrüche (Industrie 4.0) auf Wirtschaft und Organisationen aus?
  • Wie sieht die Arbeitswelt 2030 aus?
  • Wie lassen sich die Errungenschaften Sozialer Marktwirtschaft im global entfesselten Finanzkapitalismus bewahren und weiterentwickeln?
  • Warum und wozu ist ein verändertes Führungsverständnis notwendiger denn je?
  • Wie verändert das Konzept der „Dienenden Führung“ das Rollenverständnis von Menschen, die „Führung als Profession“ betrachten?
  • Wie kann und soll „Dienende Führung“ in der Praxis aussehen?

*Wir bedanken uns herzlich bei dem renommierten Schweizer Künstler Markus Raetz (Bern), dass er uns (Hans Rudi Fischer) erlaubt, sein Kunstwerk ME/WE als Vorlage und Inspirationsquelle zu nutzen und hier auf der Homepage zu zeigen.